Durchfall durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten


Viren und Leptospiren

 

Parvoviren 

Der Vorbericht des Tierbesitzers ermöglicht es dem Tierarzt den Verdacht zu äußern. Es erkranken v.a. junge Hunde unter einem Jahr.  Zwischen dem 2. und 5. Tag treten massive Blutbildveränderungen auf. Der sichere Nachweis gelingt jedoch erst durch den Virusnachweis im Kot in den ersten Tagen der Infektion. 

 

Coronaviren 

Es erkranken vor allem Welpen. Der Verlauf ist jedoch leichter als bei der Parvovirusinfektion. Der Nachweis erfolgt durch Kotuntersuchung im Labor. Es ist meistens jedoch nicht nötig, da sich die Hunde unter einer begonnenen Therapie schnell erholen und die Sterblichkeit sehr gering ist. 

 

Staupeviren und Leptospiren

Beide Erkrankungen gehen mit Durchfall einher, gleichzeitig dominieren jedoch weitere Symptome (Staupe: Atemprobleme, Neurologische Symptome; Leptospirose: Niereninsuffizienz, Ikterus, selten zentralnervöse Störungen). Ein Virusnachweis in den Sekreten ist bei Staupe möglich, bei Leptospirose erfolgt die Diagnose anhand des Antikörpertiteranstieges im Blut.

 

 

 

Bakterien

 

Salmonellen

Die Salmonellose kann in der Regel klinisch nicht festgestellt werden, da bedarf es des Labornachweises. Die Infektion verläuft meistens stumm als Magen-Darm Infektion, oder als Darminfektion mit anschließender Organbeteiligung. 

Ein positiver Nachweis von Salmonellen muß nicht mit einer Erkrankung zusammenhängen ( bis zu 35% der Hunde können Salmonellen ausscheiden, ohne Erkrankungsanzeichen zu zeigen). Ein negativer Befund  schließt jedoch auch nicht einen Salmonellose aus. Beweis ist lediglich ein kultureller Nachweis aus Organen, Lymphknoten, Blut etc.

 

Clostridium perfringens

Clostridium bildet Darmgifte. Diese sind in der Regel für Enteritiden verantwortlich. Zumeist stehen jedoch chronische Infektionen und ein Dickdarmdurchfall im Vordergrund. Der kulturelle Nachweis von Clostridien ist bezüglich seiner Aussagekraft fraglich, da Clostridien auch von gesunden Hunden isoliert werden. Lediglich bei Anwesenheit von Clostridiensporen kann ein bakteriell bedingter Durchfall diagnostiziert werden.  

 

E. coli und Campylobacter jejuni

E. coli ist wie beim Menschen physiologischer Darmbewohner. Es kann nicht zwischen bestimmten krankmachenden und nicht krankmachenden Unterarten unterschieden werden. Insofern ist die Bedeutung von E. coli beim Durchfall des Hundes noch nicht geklärt.  

Auch Campylobacter jejuni wird oftmals aus dem Kot von Hunden mit oder ohne Durchfall isoliert, eine abschließende Beurteilung der Bedeutung ist auch hier noch nicht möglich.

 

 

 

Parasiten

 

Bedeutend sind vor allem: 

Helminthen (Würmer): Askariden und Ankylostomiden, Trichuris 

Protozoen (Einzeller): Kokzidien (Isospora spp.), Giardien

 

Akute Enteritiden durch Spul- und Hakenwürmer bei Welpen sind weit verbreitet und gut bekannt. Auch Kokzidien können vor allem bei Jungtieren akute, teilweise schwere Dünndarmdurchfälle hervorrufen.

(Trichuris und Giardien verursachen meist chronische Erkrankungen, so dass diese auch dort besprochen werden.)

Der wichtigste Test zum Nachweis von Parasiten ist das Flotationsverfahren, das sich zum Nachweis von Helminthen und Kokzidien, nicht jedoch zum Nachweis von Giardien eignet. Inzwischen kann bei fast jedem Tierarzt der Nachweis von Wurminfektionen durchgeführt werden.